Der Süden

Der Süden Gran Canarias, in dem eine wüstenähnliche Berglandschaft in weite Sandstrände übergeht, zählt zu den spektakulärsten Landschaften der Kanaren und zu den meistfotografierten Inselmotiven. Hier finden sich zudem alle bekannten Ferienorte.
Noch vor wenigen Jahrzehnten war der gesamte Süden ein Brachland, auf dem in der brennenden Sonne kaum etwas gedieh. Mit der touristischen Erschließung des Gebietes verwandelte sich dieses in ein Urlaubsparadies, in das es seitdem unzählige Besucher zieht.
Die Gemeinde San Bartolomé de Tirajana nimmt einen großen Teil der Südküste ein und ist flächenmäßig die größte Gemeinde der Insel. Zugehörige und neu erschlossene Touristenstädte wie Meloneras, Maspalomas, Playa del Inglés oder San Agustín sind beliebte Ziele der Urlauber.
Von der Küste zieht sich der Gemeindebezirk San Bartolomé bis ins Landesinnere hinauf, das von großen Vulkankratern wie der
Caldera
Caldera

(dt.: Kessel). Der dem Spanischen entlehnte geologische Fachbegriff bezeichnet einen Einsturzkrater oder Sprengtrichter mit kesselförmiger Struktur. Dabei wird der Vulkankegel größtenteils zerstört.

de Tirajana geprägt ist und eine Vielzahl interessanter Wanderrouten bereit hält.
Auch finden sich dort einige Caminos Reales (Königliche Pfade), die von den Altkanariern angelegt wurden und für diese die einzige Möglichkeit waren, sich im Inselinnern fortzubewegen. Sie waren so breit gebaut, dass sie ein Bauer mit seinem Maultier problemlos passieren konnte, und führten in vielen Serpentinen den Hang hinauf, da bei geradem Aufstieg die Gelenke zu stark belastet worden wären. Ihren Namen erhielten die Pfade erst nach der Spanischen Eroberung, da die Spanische Krone das Baumaterial für ihre Befestigung finanzierte.
Durch den boomenden Tourismus und das Ersetzen des Maultiers durch das Auto verlor man das Interesse an den Caminos, was zur Folge hatte, dass diese zuwucherten und durch Steinschläge unpassierbar wurden. Im Zuge eines von der EU geförderten ländlichen Tourismusprogramms versuchte man erst in den letzten Jahren, wieder Aufmerksamkeit auf die Pfade zu lenken und machte sie wieder für Wanderer zugänglich.
Ferner ist die Region bekannt für den Anbau von Mandeln, Pflaumen, Pfirsichen und Kirschen.
In der abgeschiedenen Berglandschaft stehen vereinzelt kleine, weißgetünchte Bauernhäuser mit roten Ziegeldächern und reich geschmückten Innenhöfen. Volkstümliche und traditionelle Feste werden in den kleinen idyllischen Dörfern gerne gefeiert.

Meloneras

Meloneras ist der neuste Ort der Südküste und trotzt den riesigen Hotelkomplexen mit Luxusanlagen im Stil kanarischer Dörfer, z. B. mit der Villa del Conde, die dem Ort Agüimes nachempfunden ist.
Die wichtigsten Elemente kanarischer Architektur sind an Plätzen, Parks und herrschaftlichen Häusern mit Holzbalkonen zu erkennen. Durch den Bau eines modernen Kongresszentrums soll der Ort zum Ziel für Geschäftsreisende gemacht werden.
Der Sunset Boulevard Meloneras ist einer der schönsten Bummelplätze des Südens. Von der Mole aus, die weit ins Meer führt, kann man Surfer beobachten, dem Sonnenuntergang entgegen spazieren oder in einem der zahlreichen Cafés auf der Promenade den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Maspalomas

Von den Küstenorten gehört Maspalomas der gehobenen Kategorie an und ist zudem der älteste Ort der Gemeinde. Sein Wahrzeichen ist der 68 Meter hohe Faro Maspalomas, ein Leuchtturm, der 1885 als erstes Bauwerk der Region erbaut wurde. Parallel zur Küste verläuft der Paseo del Faro, der mit einer Reihe von Restaurants und Geschäften besiedelt ist.

Östlich davon erstreckt sich eine gewaltige Dünenlandschaft, die seit 1987 unter Naturschutz steht. Die höchsten Dünenkämme sind bis zu 40 Meter hoch. Vor den Dünen liegt ein etwa 4 Kilometer langer Sandstrand, der sich bis zum Nachbarort Playa del Inglés hinüber zieht und zu den schönsten Stränden des gesamten Kanarischen Archipels zählt.
Sehenswert ist auch der Charca de Maspalomas, ein kleiner Lagunensee, der vielen Vogelarten Lebensraum bietet und an dessen Ufer sich bis zu 50 Zentimeter große Rieseneidechsen sonnen.
Ein reiches Freizeitangebot mit Wassersportarten, Wanderrouten, Wellnessbereichen und vielem mehr sowie zahlreiche internationale Restaurants bieten Besuchern interessante Abwechslung.

Playa del Inglés

Für Nachtschwärmer ist das unmittelbar benachbarte Playa del Inglés attraktiver. Ebenfalls ein reiner Touristenort, verdankt es seine Beliebtheit dem langen Sandstrand, der in Maspalomas seinen Anfang nimmt. Teile des Strandes sind als FKK-Strand ausgewiesen und sogar einen Schwulen-Strand gibt es dort.
Immer mehr Hotels, Bungalow- und Apartmentsiedlungen, Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Diskos sprießen munter aus der Erde und fangen die Touristenmassen auf. Deutsche Touristen, mit 40 Prozent aller Urlauber in der Überzahl, können sich fast heimisch fühlen, denn Schilder in deutscher Sprache, deutsche Nahrungsmittel in Supermärkten und die in Cafés häufig angebotene Schwarzwälder Kirschtorte sind zur Selbstverständlichkeit geworden.
Ebenso wie in Maspalomas wird eine Fülle an Freizeitmöglichkeiten angeboten, die keinen Wunsch unerfüllt lassen.

San Agustín

Etwas weiter östlich entlang der Küste liegt der Ferienort San Agustín.
Der etwas dunklere Sandstrand dort ist weit weniger bekannt als der kilometerlange, goldene Strand von Maspalomas und Playa del Inglés. Somit ist er auserkorenes Ziel von Touristen, die dem Massentourismus entfliehen wollen, und von erholungsbedürftigen Einheimischen.
Aber auch San Agustín wurde als Touristenzentrum erbaut und wird von einer Hotellandschaft dominiert. Allerdings wird diese von zahlreichen kleinen Gartenanlagen aufgelockert. An der etwa 600 Meter langen Playa de San Agustín erstreckt sich eine reizvolle Strandpromenade mit vielen Geschäften und Lokalen. Nach Osten hin schließen sich weitere kleine Sandbuchten an.

Fataga

Eines der typisch kanarischen Dörfchen ist das malerische Fataga im Landesinnern der Gemeinde San Bartolomé, das sich deutlich von den Touristenhochburgen der Südküste abhebt. Es liegt auf einem Felsvorsprung im oberen Teil des gleichnamigen Barrancos, der auch »Tal der Tausend Palmen« genannt wird. Die schmalen, verwinkelten Gassen im Ort lassen sich zu Fuß gut erkunden und versprühen urigen Charme. Da in der Umgebung ausreichend Wasser vorhanden ist, findet sich hier auch eine üppige Vegetation.
Nahe Fataga liegt das Dorf Arteara, in dem Kamelsafaris durch die Palmoasen und das Bergland angeboten werden.
Eine weitere Attraktion besteht im Parque Arqueológico de Arteara, einer wichtigen archäologischen Fundstätte mit kleinem Besucherzentrum und Rundweg durch ein altkanarisches Gräberfeld.
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