Dunas Maspalomas

Südlich der Touristenmetropole Maspalomas erstreckt sich an der Südspitze Gran Canarias eine gewaltige Dünenlandschaft über 25 km². Sie zählt zweifelsohne zu den Wahrzeichen der Insel und lockt jährlich zahlreiche Besucher an.
Da man lange Zeit nicht wusste, woher der Sand der Dünen stammte und man annahm, er sei von der Sahara herüber geweht worden, stellte man diverse Untersuchungen an. Diese ergaben, dass der Sand verschiedenen Ursprungs ist: Er besteht aus Korallen und Muscheltieren, die in Millionen von Jahren von der Brandung zu Pulver zerrieben wurden, aus Material, das von der Erosion der Felsenküste stammt sowie aus angeschwemmtem Material, das durch den Barranco de Fataga transportiert wurde, als in diesem noch Wasser floss.
Der Passatwind trägt den angeschwemmten Sand weiter landeinwärts, bis er auf ein Hindernis trifft und sich auftürmt. Auf diese Weise entsteht eine Düne, die jährlich etwa 2 bis 5 Meter landeinwärts wandert, sich dann verfestigt und bis zur nächsten Wanderbewegung an dieser Stelle bleibt.
Flora und Fauna des Dünengebietes erweisen sich als relativ dürftig, denn wegen Trockenheit, Salzgehalt, Wind und Sand können dort nur Pflanzen und Tiere – hauptsächlich Insektenarten – mit hoher Anpassungsfähigkeit überleben.
Im Westen werden die Dünen vom Charca de Maspalomas begrenzt, einem kleinen Lagunensee, in dem Reiher, Enten und viele andere Zugvögel Rast machen. Auch viele Seevögel und Rieseneidechsen leben hier.

Damalige Bebauungsmaßnahmen, das Leiten des Abwassers in den See sowie das Sinken des Grundwasserspiegels, das die Süßwasserzufuhr verringerte und zu ansteigendem Salzgehalt führte, schadeten dem See enorm. Inzwischen wird versucht, den einstigen Zustand wiederherzustellen. Erfolg zeigt sich, indem verschiedene Vogelarten inzwischen wieder zum Nisten und Brüten an den See zurückgekehrt sind.
Der den Dünen vorgelagerte Strand zieht sich über 4 Kilometer und geht im Osten direkt in die Playa del Inglés über.
Da beim Betrachten oder Durchstreifen der Dünenlandschaft ohnehin schon Sahara-Feeling aufkommt, sollte man sich einen schaukelnden Kamel- bzw. Dromedarritt nicht entgehen lassen.
Durch den enormen Touristenboom in den 60er und 70er Jahren wären die Dünen fast den damaligen unkontrollierten Bebauungsmaßnahmen zum Opfer gefallen. Selbige störten nämlich die Wanderbewegung der Dünen und führten zum Abwandern verschiedener Vogelarten. Verstärkt wurden die Probleme zusätzlich durch zurückgelassenen Müll und eingeleitete Abwässer.
Da Touristen oftmals vergessen, dass es sich bei den Dünen nicht um eine paradiesische, saharaähnliche Sandlandschaft handelt, sondern um einen einzigartigen und schutzbedürftigen Naturraum, erklärte man die Dunas Maspalomas 1987 zum Naturschutzgebiet nationaler Bedeutung. Damit stoppte man zwar die Bebauung, nicht aber das Betreten der Dünen.